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44 Stauwehr Aumühle

Stauwehr

Wer hier die Wasseroberfläche der Wohra betrachtet, bemerkt den Aufstau durch die Schleuse an der Brücke der Auestraße. Der durch Balken und Rechen gefilterte Teil des Wasserlaufs führt durch Rohre zur „Aumühle“, die bereits seit dem ausgehenden Mittelalter nachgewiesen ist.
 

Else Wissenbach hat in der Gemündener Chronik die Geschichte der Mühle und ihrer Bewohner bzw. Besitzer seit 1488 nachgezeichnet. Danach ist das Wehr ursprünglich zur Bewässerung der Wiesen angelegt worden.

Mühle


Der älteste Nachweis der Mühle ist durch eine Schultheißenabrechnung gegeben; darauf ist von „dye molle uf demse sande“ die Rede – zugleich ein Hinweis darauf, dass an dieser Stelle ursprünglich sandiges Gelände war, das für eine landwirtschaftliche Nutzung sehr wohl der Bewässerung bedurfte.

 

1528 wird ein Hen Damme das „awmoller“ (für „Aumüller“) genannt. Die Mühle bleibt im Damme’schen Familienbesitz bis in den 30jährigen Krieg hinein (1618-1648), in dem sie – ohne Schutz vor den Toren der Stadt – mehrfach übel heimgesucht und zerstört wurde. 

Von 1650 an ist ein Hartmann Strenge als Aumüller überliefert, der sich vor allem darum bemühte, die Abgabenlast an die Stadt und den Landesherrn zu mindern. Danach ist die Mühle für über 100 Jahre im Besitz einer Familie Möller aus Langendorf. 1833 wurde die Mühle samt Äckern und Wiesen versteigert und geht 1860 an die Familie Seibert über, die noch heute in der Mühle lebt. Den Mahlbetrieb gab sie in den fünfziger Jahren auf.

Heute betreiben Seiberts den Campingplatz und gewinnen Strom aus Wasserkraft mittels einer Turbine, die ehemals das Mühlrad antrieb.