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30 Linden

Linde

Die Linden (Tilla) bilden eine Gattung von Laubbäumen, die innerhalb der Familie der Malvengewächse als Unterfamilie einzuordnen sind; es gibt viele verschiedene Arten, die je nach Ausprägung zwischen 20 und 40 m hoch werden und einen Stammdurchmesser bis zu 2 m erreichen können. Die für Mitteleuropa grundlegenden Arten sind die Sommerlinde (Tilla platyphyllos) und die Winterlinde (Tilla cordata), von denen die Sommerlinde eher in den mittleren und südlicheren Teilen und im Gebirge bis in Höhen von 1000 m anzutreffen sind; demgegenüber reicht das Verbreitungsgebiet der Winterlinde weiter nach Norden und Osten und in Höhenlagen bis zu 1500 m. In unserer Gegend sind beide Arten häufig vertreten.

Lindenblüten

Ihr wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist die Beschaffenheit der Blätter: Die der Sommerlinde sind auf der Blattoberseite behaart, die der Winterlinde glatt. Die beiden Arten haben als Mischform die „Holländische Linde“ (Tilla europea) gebildet, aus der wiederum als besondere Zuchtform die „Kaiserlinde“ (Tilla europea Pallida) entstanden ist. Sie ist ein schnellwüchsiger, großer Baum mit einem bis zum Wipfel durchgehenden Stamm; die Art ist als Alleebaum sehr beliebt und kann bis in die Städte hinein gepflanzt werden.

Lindenblatt

Die Straße, die von der Wohrabrücke nahe der historischen Furt nach Norden bis zur Bahnhofstraße führt, ist nach ihr benannt: „Lindenstraße“.
Lindenholz ist seiner weichen Struktur wegen als Schnitzholz sehr begehrt. Die Lindenblüten werden u.a. als Tee in der Heilkunde verwendet. Auch die Imker schätzen sie sehr, weil sie den Bienen viel Honig liefern.
Für die Germanen hatte die Linde eine mythische Bedeutung: In ihr verehrten sie die Göttin der Liebe und des Glücks, Freya – daher auch der Brauch von Verliebten, ihr Namensmonogramm in den Baumstamm zu schneiden.