Aquädukt - Schweinfe (Mühlgraben)
„Aquädukt“ ist aus dem Lateinischen entlehnt und bedeutet wörtlich „Wasserführung“. Seit der Antike sind vor allem die Römer für ihre auch über große Entfernungen führenden Wasserleitungen gerühmt worden, Bauwerke, die von hoher Meisterschaft zeugen. Unser Aquädukt hier ist höchstwahrscheinlich ebenfalls im Zusammenhang mit dem Eisenbahnbau nach Kirchhain entstanden – sowie die Holzbachunterführung.
In diesem Fall galt es, das tiefer gelegte Bachbett der Holzbach unter der Schweinfe hindurch-zuführen und die Wasserzufuhr für die Gemündener Mühlen im Kernbereich der Stadt über den im höher gelegenen Terrain fließenden Mühlgraben zu sichern.
Bevor Gemünden 1953 sein Freibad an der Aue eröffnete, war dieses Aquädukt ein beliebter Badeplatz für die Gemündener Jugend, zumal das Wasser des Mühlgrabens auch noch mit der Schleuse angestaut werden konnte. So hatte man in dem „Betonkasten“ so etwas wie eine übergroße Badewanne oder ein kleines Becken. Mit der Einrichtung des Erlebnispfad bietet sich dem Besucher ein Wassertretbecken nach Kneipp für einen wohltuenden Versuch an.